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Kategorien : Cosa del cuore
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Nicht viel
zu erzählen, respektive lässt sich das Leben nicht wörtlich fassen, trotzdem
nicht viel passiert.
Körperlich: Zwei sich in Betreuung befindende Magengeschwüre; die Behandlung - oder ich - sind aber nicht zufriedenstellend, sagt mein Weißkittel. Derweil schlag ich mich mit den Nebenwirkungen seiner Versuche herum, was mein Körper nicht goutiert -
jesusmäßige Gesichts- und Kopfschmerzen auf Grund einer ver*piep*ten Sinusitis waren es diese Woche. Ich bleibe neugierig, was sich mein Immunsystem für die nächste Woche ausdenkt, wo ich auch nichts Stärkeres als Kamillentee zu mir nehmen
darf dürfte.
Zwei plattgedrückte Daumen (und Zehen), weil es leider
einem mir lieben Blogger (immer noch) viel schlechter geht. Aber das wächst sich aus - so und so - ich bin ja noch jung. Und er auch.
Seelisch: Ja, je, nun.
Geistig: Ja, nun. Ich lese zu wenig. Und von dem, was ich lese, bleibt zuwenig.
Emotional: Jetzt ist auch mal wieder gut, ne? Was weiß denn ich. Menschen fehlen. Sehr bestimmte, wenige. Manche sind auf Reisen, äußerlich, manche innerlich. Nichts, was man nicht kennt.
Äußerlich/Innerlich:
Ad 1: Bin ich wohl das, was man kennt. Warum auch nicht.
Ad 2: Das Experiment mit dem
Gefühle offen zeigen hat in ersten, ausgiebigen Versuchen nur Schrammen verursacht. Zumal ich in entscheidenden Momenten über wichtige Dinge auch nicht reden kann, also - Selfnote ! - nicht mehr andere Menschen belehren, wie wichtig
REDEN ist, gell?
"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen", als Konsequenz des Logischen. Was man mit dem Verschwiegenen macht, das hat Wittgenstein leider nicht mitgeliefert; er verzeihe mir, dass ich seine schönen und stringenten Gedanken hier missbrauche.
Räumlich: Fast alles gut. Angekommen; eingerichtet im neuen Heim. Dabei, es wirklich zu einem Heim
für mich zu machen. Novum. Gut.
Und
ich: Ich schwimme. Irgendwo im Nirgendwo, leicht fern der
Heimat, die noch Sehnsüchte heraufbeschwört - wettertechnisch, menschentechnisch.
(Unser bester Mann in W.™ sagt ja immer: "Egal, wo du bist - deinen Rucksack hast du immer dabei."
Well, ... ja. Aber es ist leichter an Orten, wo man
leichter zurechtkommt, weil man sich zurechtfindet
in den Menschen.)
Oder vielleicht: Ich kämpfe mich - immer wieder, jeden Tag - zur Oberfläche, wo Licht, Wärme und Sauerstoff sind.
Was bleibt: Musik. Viel. Viel Gutes, viel, viel Neues. Und
Glenn Goulds CBC-Aufnahmen- endlich! - komplett! auf DVD - was will ich eigentlich mehr?
Was bleibt: Bleischwere, gedankenschwangere Nächte ohne Schlaf.
Einige Viele.
Ich, ich warte schon wieder auf etwas; wenn ich nur
mal mehr wüsste, was es eigentlich ist.
Nicht viel also.
Oder zuviel.
Also: Wie immer.
Zwischen Standstreifen und 3. Überholspur spielt sich das ab, was ich noch nicht so ganz als
mein Leben akzeptiert habe. Wir* bleiben dran.
*Ich hab den zwei vorläufigen Gästen in meinem Magen Namen gegeben. Es hasst sich besser so, sagte man mir. Selbst für Menschen, die per falscher Chromosom-, Hormon- und Lebenseinstellung nicht hassen können. Oder wollen. Je nun.
Es wäre soviel einfacher, vielleicht, wenn man vergessen oder verdrängen könnte. Bedenken, Zweifel, Ängste. Nicht? Sie nicht zu haben steht ja wohl leider nicht zur Debatte; genau so wenig, wie ich mich in einen B*LD-Zeitungsleser verwandeln kann. Soviel kann ich leider gar nicht saufen.
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Surreal
David Lynch macht Musik und
Tom Waits wird immer noch besser.
Und heute Abend sind endlich
die Jungs im Knust.
Es wird ja alles ganz bestimmt. Wenigstens musikalisch.
lorilo am 15. November 2011, 16:43
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Manche Dinge
erschüttern einen immer mehr als andere.
Spätestens seitdem er die Auszeichnung für das
beste Presse-Foto des Jahres 2007 bekam, war er dauerhaft auf meinem Radar.
Und er hat uns (s)einen
Einblick in das Grauen eines viel zu weit entfernten Krieges gegeben, dem man schon deshalb den Oscar gegönnt hätte, damit 100 Mal soviele Menschen diesen Film sehen.
Alles, was man von
ihm sah und las und hörte, ließ auf einen enorm mutigen, empathischen und integeren Menschen und Journalisten schließen.
Von denen gibt es viel zu wenige. Und jetzt noch einen weniger.
R.i.p. Tim Hetherington
(Selber Tag, selber Ort, selber Krieg:
R.i.p. Chris Hondros, ebenfalls Kriegsfotograf.)
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Ein Job, den ich nicht möchte
im nächsten Leben - falls es eines gibt: Schutzengel meines direkten männlichen Ahns.
Dass ein Klumpen von der Größe Kanadas sich direkt unterhalb des Knies verheddert und man dann noch mit barbarischen Schmerzen 2 Tage arbeiten geht, obwohl man den Kupplungshebel nicht mehr durchdrücken kann und auf den Automatik umsteigt - um arbeiten gehen zu können - und dass man seine Jüngste nicht anruft, weil man genau weiß, wie die einen mit der Peitsche zum Arzt treiben würde und dass man dann mit ein wenig guter Medizin davonkommt, nochmal, und das Bein behält - das ist alles nicht die Regel. Der Klumpen - an anderer Stelle - hätte Hirn oder Herz oder beides beendet. Und zwar nicht geschätzt, sondern definitiv. Dass dieser Warnschuss vermutlich wieder nicht ankommen wird, stimmt mich - beim Packen - unendlich traurig. Um mal Rilke zu bemühen: Alles dazu hört bei mir im Herzen auf zu sein.
(Und nein, danke - ich wusste schon vorher, woher ich meine prostestantische Arbeitseinstellung habe. Keine Beweise mehr nötig.)
lorilo am 24. November 2010, 20:13
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Ich hatte
auf die
"neun" gehofft, gewettet und gewartet.
Und es ist gut. Und trotzdem: Es zerreißt einen.
3.11. 17:03
C. am Telefon: “Lebensunfähig, träge, dachte vorhin, ich geb alle Ziele auf, die ich habe, bis mir einfiel, ich hab ja gar keine.”
Bekomme jeden Tag Briefe und Karten, die ich nicht mehr beantworten kann. Grüße an dieser Stelle.
Und es gibt keinen Trost. Nur Menschen. Und das, was wir hatten und haben. Finden wir uns damit ab.
lorilo am 11. November 2010, 22:40
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91
ist ein schönes Alter.
Trotzdem macht es mich ein bisschen traurig; jetzt ist wieder
einer weniger da, einer, der viel Quatsch produziert hat, aber auch (auf eine Art zumindest) den Wert von meinen Lieblingsfilmen "La strada" und "Blue velvet" erkannt hat.
Gute Reise Dino.
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Unmöglich,
Wolfgang Herrndorfers Blog in einem Zug zu lesen, anschließend etwas schreiben zu wollen: darüber, auch über sich selbst, relativierend die eigenen, kleinen momentanen Befindlichkeiten durchkauend. Unmöglich.
Vielleicht - nicht in einem Zug. Aber lesen Sie es. Entgegen ander "Leseempfehlungen" habe ich das Archiv über die Rückblenden und dann Nummern gelesen. Vielleicht ist es auch einerlei.
Ich werde jetzt ein Glas Wein auf ihn erheben und nichts mehr schreiben.
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Manchmal
stehe ich mir emotional dermaßen selbst im Weg, dass es schwer auszuhalten ist. Wie ja die eigene Dummheit an sich in jedweder Lebenslage eines der am schwersten zu ertragenden Eigenübel ist.
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Werden wir?
Es erkennen? Wenn es da ist? Werden wir das richtige Gefühl einräumen, die Zweifel ausräumen, alles Intellektuelle darüber vergessen können?
Wird es ein freudiges "Hallo - da bist du ja endlich - lange nicht gesehen" oder ein "Ist es das jetzt?" - sein?
Wir bilden uns ein zu wissen, was Glück ist oder nicht, wir streben danach und stellen es oft auf Platz Nummer 1 der Liste, was wir ersehnen und erhoffen. Was ist, wenn es ist?
Wie viel ertragen wir - der Mensch? Bevor Zweifel, Gedanken und schlechte Gefühle es klein reden, negieren, nicht mehr wahr nehmen?
Glücklich ist, wer glücklich sein
will, sagt die Sozialwissenschaft. So einfach. Ich möchte hinzufügen: Und wer sich selbst für wert befindet, es zu sein. Und wer glauben kann. Und Gedanken negieren, die davon erzählen, dass es ja nicht mehr sein wird - irgendwann.
Ich will glücklich sein. Und machen. Dazu gehört, es sich bewusst zu machen, immer, immer wieder. Wir vergessen so leicht, zu leicht. Wir sind so wenig dafür geschaffen, glücklich zu sein.

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Meistens sind es
Dinge.
Oft ist es
das Buch. Viel seltener, aber zugleich verstörender: Wenn es Menschen sind. Oder Lebewesen.
Zum Beispiel die Katze (oder der Kater?).
Es ist kein Verlust. Es gibt kein Wort dafür,
was es ist; am ehesten könnte man sagen: Es ist die Manifestation von Abwesenheit in einem Gefühl.
Man weiß, etwas
müsste da sein, alle Anzeichen sprechen dafür, dass es da ist, man kann es aber trotz quälend intensiver Suche nicht finden. Kein Verlust -
Abwesenheit. Schlichtes nicht-da-sein, trotz des Wissens, dass es anders sein muss. Quälend, verstörend, schuldbeladen.
Die Schuld ist in und nach diesen Träumen übergroß, sie frisst sich fest.
Es ist nicht da, weil du es vergessen hast.
Auch unter der Maßgabe (und dem Wissen), dass es gar nicht möglich ist, ein so
wichtiges Ding, ein Tier, ein Kind, einen Partner zu
vergessen und damit seine
Abwesenheit zu bewirken, ist das Gefühl, schuldig zu sein, übermächtig.
Es ist nicht da, weil du nicht aufgepasst hast, weil du vergessen hast.
Das Buch. Das Buch, in dem alles stünde, was ich wissen und verstehen und erkennen wollte. Ein Abdruck davon auf dem Schreibtisch, eine Lücke im Buchregal, wo es stand.
Die Katze: Ein Futter- und ein Wasserschüsselchen in der Küche, eine Katzentoilette neben meiner.
Das Kind - alle Menschen fragen mich nach dem Kind. Welches Kind? Ich weiß es, aber ich komme nicht an dieses Wissen.
Der Mann, mit dem ich eben noch sprach, die Worte im Ohr, den Geruch in der Nase. Seine Sachen in der Wohnung, der Abdruck seiner Haut auf meiner.
Sie alle sind abwesend, abwechselnd. Weil ich vergesse.
Ein Traumanalytiker hätte vielleicht seine helle Freude an mir und diesen (kaum verschlüsselten?) Träumen. Mir machen sie Angst.
Wenn ich, wie heute, nach einem sehr anstrengenden Tag im Lesesessel kurz wegnicke, ist es noch schlimmer: Plastisch, nah und von dem Wissen umhüllt, dass ich träume. Und wie irrational das eigentlich ist. Dass ich Menschen nicht vergesse, kein Tier und kein wichtiges
Ding vergäße.
Gegen das herzzerfetzende Schuldgefühl vermag das Wissen nichts auszurichten. Ich weiß nicht, ob ich wissen will, was diese Träume bedeuten.

lorilo am 28. Mai 2010, 20:34
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