Mittwoch, 3. Dezember 2014
+ Sie kennen das vielleicht -
ich nicht so.

Vertrauen, Gefühle, Bums-Mauer-offen, alles nur - um mich als Mensch zu fühlen. Heimisch zu werden als Eigentlich-Alien. 17,567 Jahre Arbeit.

Wofür? Ich habe mich verliebt, vertraut, Beziehungen aufgebaut, die Bestand haben über Jahre. Und dann?

Tritt mir jemand in's Gesicht. Jemand, den ich geliebt habe und vor dem ich keine Geheimnisse hatte. Weil ich nur ganz oder gar nicht kann. Beim Vertrauen.
Und ja, ich weiß, dass dann Wut angezeigt ist und nicht Zweifel.

Aber ICH habe erlaubt, dass Menschen mein Gesicht sehen. Es gäbe nichts, wenn ich nicht gewollt hätte.

Und jetzt will ich grad nicht mehr. Und zweifle, ob sich der Schmerz lohnt. Ich weiß, dass es so ist. Aber ich fühle es grad nicht. Und ich bin wütend, dass ein Mensch das mit mir anrichten kann, nachdem ICH fast 20 Jahre darum gekämpft habe mit mir, fühlen zu können. Und zu dürfen.



Freitag, 28. März 2014
+ Aber.
Ja. Völlig richtig. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
Aber wenn.
Ja, auch. Die meiste Zeit müssen doch die Gedanken ungehört verhallen im eigenen Raum. Das Echo, der Widerhall muss doch - oder nicht?
Aber, hast du?
Nein. Nichts gefunden, nicht zu mir selbst, nichts adäquat Anderes. Nein. Und auch nicht die Worte, die dechiffriert Aufschluss geben könnten.
Das Einzige, was ich - mal wieder - mit Sicherheit weiß: Alles wiederholt sich. Warum, wieso, weshalb, welche Karten hat man selber im Kreisel und warum spielt man sie vielleicht einfach nicht aus?
Keine Ahnung. Es muss doch mal möglich sein, der Dingen Grund und Antzlitz näher zu sein, Hergott noch eins.

Zeit verbracht, nicht genutzt.

Aber wir...
Wollen nicht mehr zurücksehen, ja. Wir wollten im Moment leben. Leidlich missglückt das krude Experiment, ja?

Ja.

Aber - also?
Umsortieren. That's it. Vielleicht diemal auf ... was Anderes. Etwas, das uns zufriedener sein lässt. Und nicht zuviel erwarten.

Aber? Wenn und Aber.



Donnerstag, 29. November 2012
+ Es geht immer weiter
auch wenn man manchmal vorher nicht wusste, wie.

Dry the River mit meinem absoluten Lieblingskollegen ging supergut, die Jungs waren fantastisch, das Knust war optimal nicht voll gefüllt, dass sie ihre letzte Zugabe zum Anfassen im Stehbereich gaben. Traumhaft schön, leise, laut, ruhig, bombastisch - die Jungs sind noch am Anfang, aber live: Hölle gut. Danach Quatschstunde im Foyer, und personalisierte CD-Cover. Mir hat Peter (der Leadsänger) was aufgeschrieben, was niemand entziffern kann (kannn hier jemand norwegisch???) - ansonsten war es der 2. Abend in Folge mit Vodka, weil ich den Fehler beging, meinem Kollegen von dem berlinerischen Abend zuvor zu berichten, mit echtem Weissrussen und töfte Vodka.

Und das mir, wo ich nie nicht Hartsprit trinke (es sei denn richtig guten Single Malt).

Schön. Der Berlin-Abstecher, meine Menschen dort und jetzt ein Konzert, dass ich dachte nicht zu überleben aus Gründen, aber sehen musste.
Es geht immer weiter.



Freitag, 16. November 2012
+ Was war
und ist: Ich habe keine lebenden Großeltern mehr.

Was war, ist und immer bleiben wird: Ich hadere. Vor allem mit mir und meinem Sein und Tun.

Was war: "The Gaslight Anthem" waren in Hamburg ---- leider in der Sporthalle Alsterdorf, was den Genuss und die Freude akkustisch enorm einschränkte -> NoteToMyself: Nie wieder Sporthalle.

Ansonsten: Let the bygones be bygone, aka: Rühre nicht dran. Es gibt nur einen Menschen, mit dem ich zu diesem Konzert ginge und deshalb ----- statt dessen: Ruhiges von Chris Cohen in den Astrastuben. Mit jemanden, den ich schon sehr lange schätze. Menschlich und beruflich.

Ansonsten war viel, zuviel und nichts davon lässt sich niederschreiben.



Dienstag, 12. Juni 2012
+ Gefühlte Gedanken-Schnipsel (keine Reinschrift)
Ich weiß - Sie wissen das, aber das Fräulein braucht es ja immer mit dem Vorschlaghammer: Ja, Geburtstage sind nicht unbedingt furchtbar oder sollten übergangen werden. Im Gegenteil ist es regelrecht sligthly too much, wie viele Menschen sich mit freundlichen, lieben, netten, lustigen und aufmerksamen Meldungen bemerkbar machen - und doch - ja: Wie sehr einen das freut, wenn man bedacht wird.

Einige fehlen - dann doch: Wie schnell Menschen in einem, dem eigenen Leben auftauchen und wieder verschwinden können. Schwindelerregend, obwohl schon selbst getan. Auch ich bin im Leben mancher ein blinder Fleck geworden oder bin es noch, selbstgewählt.

Wie unwichtig mir mein Alter - eine Zahl - ist, merkt man daran, dass ich mir dieselbe meist nicht merken kann und nachrechnen muss - ändert sich ja nun auch wiederholt.

Dass ich langsam älter werde/aussehe oder wirke, merke ich eher daran, dass ich einem jungen Mann (~ 25) meine Hilfe beim Wuchten eines mittleren Kühlschrankes aus der U-Bahn-Station anbot und er mehrfach! freundlich betonte: "Sie müssen mir wirklch nicht helfen, ich schaff das schon." Bezeichnenderweise fiel das gute Stück in dem Moment des letzten Aufbegehrens seinerseits von der zu kleinen Sackkarre und veranlasste mich zu dem Rat, es doch vllt. mit dem Fahrstuhl zu versuchen. Diese Jugend!

Mini-(Wieder-)Erkenntnisse: Es wird Menschen geben, die mir bleiben. Mein oder ihr Leben lang - fast komplett unabhängig davon, was in meinem Lebn oder ihrem passiert. "Lebens-Menschen" nenne ich die. Aber mit dem Begriff muss man noch sehr viel vorsichtiger sein, als mit dem L-Begriff. Liebe, auch nichtswollende, partnerschftsunabhängige Liebe - auch alte Liebe, bedeutet nicht, dass Menschen sich derart entwickeln, dass man selbst noch zu ihrem Leben passt. Mein "Nicht-gehen-lassen-wollen" ist da kein guter Indikator, da schlägt das permanent verlassene Kind vielleicht zu sehr durch.

Ich bin von den Menschen an sich immer viel mehr enttäuscht, wenn ein von mir geliebter und geschätzter Mensch abgelehnt wird, als wenn ich abgelehnt werde (die Selbstkritik-Mechanismen sind so viel feiner ausgebildet und die Toleranz ggü. menschlichen Fehlern ist so viel größer bei Anderen als bei mir selbst.)

Meine Unlust, mich mit Menschen intensiver zu beschäftigen, die ein-/zwei-/drei oder einzahlig dimensional sind oder denken, wird immer intensiver. Ich kann das - wie ich fast alles kann und mit fast jedem Menschen umgehen - aber warum sollte ich mir das antun?

Der (gewonnene) Kampf um die Wahrnehmung der Gefühle führt mittlerweile zuweilen dazu, dass ich hilflos dem ausgeliefert bin, was mein Gefühlschaos vorgibt. Das fühlt sich machnmal sehr echt und richtig und sehr oft zum Teil nicht gut und manchmal sehr schlecht an. Wahlweise wie Speed, LSD oder prä/post-menstruell (ich spreche in jedem Fall als Blinder von Farben).
Und: Soll das so sein? Ist das so, wie halbwegs bekloppt-normale Menschen die Welt wahrnehmen? Ich kenne so viele Menschen, die auf ihre Art - mit ihren Störungen - nicht "normal" sind, dass ich fast nicht mehr weiß manchmal, was ich eigentlich erreichen will.

Doch. Ich will ich sein. Und da sein in jedem Moment. Ich will das Maximale an Gefühlen fühlen und erleben - nicht als "Erlebnis", sondern als das, was es ist: Das normale Leben.

Ich schaue mich um und alle Menschen - die, die ich kenne und schätze und die, die ich nur sehe, aber kennen (-lernen) könnte, sind angefressen oder zerfressen von Unsicherheit und diffusen Ängsten, wenn auch nur unbewusst. Und ja: Das bin ich auch manchmal. Aber ich habe den Mut manchmal darüber zu reden, mitwemauchimmer. Dem Gespenst die Maske vom Gesicht reissen, hilft nicht nur in Kinderreimen. Dafür fehlt den meisten das Vertrauen. Welches Vertrauen? Wieviel wird besser davon, etwas nicht ausgesprochen zu haben, in sich zu begraben -- im Vergleich zu dem potentiellen Risiko, jemand könnte das gegen einen verwenden? Es gibt so unendlich vieles, was ich nicht verstehe. Ich merke nur, dass ich zum Teil sehr, sehr still werde. Mich dem Nichtreden anpasse.
Und darunter leide. Unter meiner und der Feigheit der Menschen, wahr zu sein und - da.

Es wäre so einfach - manchmal, vielleicht. Wenn wir nur wären. Wir. Ohne Angst, ohne Drang, etwas sein zu müssen etc. pp.
Aber vielleicht ist gerade das, auch wenn es einfach klingt, eine illusorische Idealvorstellung.
Conclusio: Ich bin gerade desillusioniert, was die Menschen (auch mich) angeht. Das ist nicht schlimm. Aber ich muss wieder den Weg finden zu den Menschen - zu meinem NormalNull, wo ich Menschen mag jeder Coloeur und entspannt-gespannt bin, was mir jeder Mensch bringt. Es wird ein langer Gang.



Montag, 4. Juni 2012
+ Einfachste Arithmetik
2-1-1=0

Das dürfte auch meinem momentanen Karmalevel entsprechen - warum auch immer.



Sonntag, 20. Mai 2012
+ Neumond
Am Himmel und emotional. Weiter nichts zu vermelden; mein Biorhythmusrechner sagt, meine Werte wären heute: Körper: 17 %    Seele: -85 %    Geist: -78 %.

Keine Fragen mehr. Gute Nacht.



Samstag, 14. April 2012
+ Emokids (Sie können das getrost ignorieren, das ist ein Notizstückchen grad, ein emotionales zudem)
Abendliche Gedanken nach einem sehr schönen, sehr lustigen, sehr emotionalen Gespräch:
Warum können manche Menschen Emotionalität so gut aushalten und selber mitteilen? Im Gegensatz zu den meisten Anderen?

Warum fehlen mir manche Menschen extrem, obwohl mein Leben doch reich ist an bunten, empathischen, intelligenten, interessierten, warmseeligen Menschen, die mir viel geben?

Wie viele Arten gibt es zu sagen: "Es tut mir leid, das wollte ich nicht" - und wie viele beherrsche ich?

Warum kann ich bei Menschen, die ich liebe, so schlecht loslassen, wenn sie sich für ein Leben ohne mich entscheiden? Auch wenn ich höre, dass es ihnen damit besser gehen wird?

Warum geht es ihnen besser, mich nicht in ihrem Leben zu wissen, obwohl ich mich ganz klein in einer Ecke des Herzens zusammenrollen kann ohne Aufmerksamkeit zu fordern?

Wann lerne ich, so empathisch zu sprechen, wie ich es empfinde und nicht nur "ehrlich"? NOTE: Das Gesagte beim Gegenüber vorweg nehmen, bevor man es sagt; auf Verletzungspotential abklopfen. NOTENOTE: Auf Worte achten, weil sie Waffen sind. Bei mir, bei anderen zarten Wesen besonders und bei Menschen im Allgemeinen, weil sie verletzbar sind. Ob sie es zugeben oder äußern - egal. Worte sind Waffen, weil sie direkt Gefühle hervorrufen können - ungefiltert.

Gestrige Frage als Widergabe eines mir lieben Menschen: "Welche schlechten Eigenschaften hast du?"
Und meine Unfähigkeit, mich wirklich zu sehen. Selbstkritik kann ich äußern bis zum Überlaufen, aber "schlechte Eigenschaften"? Was ist denn das? Ausweichmanöver: "Musst du gute Freunde und Ex-Freunde fragen..." - ein paar Punkte habe ich immerhin gefunden, die er allesamt nicht gelten ließ.

Selbstwahrnehmung-Fremdwahrnehmung. Ich hätte so gern mal ein halbwegs objektives Bild von mir, von jemandem. Zum Einnorden.

Ich mag es, wenn Leute emotional sind und das äußern können.
Dann singe ich immer ganz leise im Kopf - kindheitsbedingt wohl: Ich hab ein zärtliches Gefühl für diese Menschen. (Die Aufname ist aus meinem Geburtsjahr, also bitte!
Und natürlich musste ich grad weitergoogelngucken, und ja: mittlerweile kriegt man solch ollen, alten Kram im Internet. Und ich, ich musste grad einen Moment sehr weinen.
Weil genau dieses alte, dumme Lied mir so sehr geholfen hat bei den Anfängen meines Menschwerdungsprozesses. Weil ich es kannte aus der Kindheit. Und ungefähr wusste, was gemeint ist - mit diesen Gefühlen. Nur nicht, wie fühlen. -- Mittlerweile weiß ich es. Und wäre auch froh drum, selbst wenn es jeden Tag mehr weh täte als wohl tut.)

Und ich mag es, wenn Leute Gefühle bei mir hervorrufen. Auch wenn das - siehe Notizzettel oben - ein ganzer Sturzbach manchmal ist. Ein schwer zu ertragender, einer, den man weghaben will. Aber ich bin nicht feige, war ich nie, werd ich nicht.

Ich bleib hier stehen, in meinem eigenem kleinen Tsunami und halte es einfach aus. Weitermachen, nach vorne schauen. Einatmen-ausatmen. Leben. Auch und nur, weil Gefühle möglich sind.



Freitag, 13. April 2012
+ Blut + Tod + der Zauber des Zauderns
Eigentlich sollte ich ja jetzt in Wien sein, entspannt meinen Arbeitstermin beenden gerade und mich dann mit "unserem besten Mann in Wien™" in einem sehr raren Wochende wiederfinden, mit genug Zeit und Raum, endlich mal wieder umeinander zu sein, die fühlbare Nähe auch mal wieder spürbar machen, nicht immer nur das Aktuellste, Wichtigste, Drängendste bereden, sondern wirklich miteinander sprechen.

Stattdessen: Hämatemesis in Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs, Krankenhaus, Lötkolben schlucken, Arzt, verordnete Couch, wieder Arzt, Schläuche schlucken, Blut abgeben, Blut ersetzen, dem Magengeschwür den Tod wünschen.
Hätt ich mir jetzt nicht ausgesucht. Gerade leichte Mühe, das aufsteigende Selbstmitleid im Zaum zu halten - das fühlt sich falsch an und ist so dermaßen nicht nützlich. Nach vorne.

Vorne, wo der Himmel sich schon wieder aufklart, weil es immer ein Morgen gibt, dessen Funkeln man manchmal nur mit vor Schmerz zusammengekniffenen Augen erkennen kann.

Frau L. aus B. zaubert und zaudert und schreibt, dass alles irgendwie gut wird. Und ich, ich glaube das. Weil ich es will.

Herr K. aus H. bietet sich zukunftsweisend wenigstens geist-spielerisch als Hausbootnachbar an, macht mich zum Golfer und arbeitet daran, mich mit manipulativem Belohnungssystem auch noch zum Nichtraucher zu machen - mach mal. Ich bin ja fast soweit.

Herr F. aus K. zaudert auch, manchmal, und beisst sich dennoch durch den Menschwerdungsprozess. Mehr geht nicht.

Und Herr J. aus W. - wir holen das nach, hier oder bei dir. Egal. Bald. So geht das ja nicht.

Überhaupt, hab ich die bezauberndsten, zaudernsten, schönsten, klügsten, lustigsten und ernsthaftesten Menschen der Welt in meinem kleinen Universum. Wie soll denn da noch etwas schief gehen.

Shine a little light, don't wrestle with the night, don't think about the future now.
Eben. Und am 15.05. ist ein großer, roter Kringel in meinem Kalender, für die Band, die dieser Tage auf instant repeat läuft; begleiten wird mich die schönste, zauberzauderhafteste Frau der Welt™, die es versteht, meiner selbstmitleidig-braun-hässlichen Gefühlslage ein federleichtes, mintgrüntürkis gestreiftes Seidentuch mit lila Tupfen überzuwerfen, als wäre das nichts.

Was also, was um alles in der Welt, kann mir ein kleines Magengeschwür?
Eben.



Dienstag, 29. November 2011
+ Dies und das und Anderes
  • Umziehen  √
  • Meterweise Bücherregale aufbauen  √
  • Nachbarn kennen lernen  √
  • Wohlfühlen im neuen Heim  √
  • Den Arzt abhalten, Dinge in mich reinzustecken, bei denen das Schlucken widerwärtigst ist √
  • Ummelden
  • Strom/Wasser/Telefon und den anderen Quatsch
  • Kleiderschrank besorgen
  • Einnorden
  • Zur Ruhe kommen
  • Rauskriegen, wie man das hinkriegt mit dem Leben; den Widerspruch auflösen zwischen Anspruch und Realität
  • Leben. Richtig.

  • Und ansonsten: Nicht viel. Oder besser: Wie immer. Zuviel im Kopf, zuviel im Herzen und keinen Schlüssel für die Sortierung.
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