Donnerstag, 24. April 2014
+ Und dann ...
einfach loslassen. Und spüren, wie der Krampf sich löst. Wie alles ruhig und entspannt wird. Und wie sich der Herzschlag und die Nervenvibrationen verlangsamen, wenn man ohne inneren Furor, ohne im-Kreis-gehen und denken einfach langsam die Finger öffnet und herausrieseln lässt, was rieseln kann und möchte.

Dinge und Gedanken und auch Menschen sein lassen, gehen lassen ohne Panik. Ich hab mein halbes Leben gebraucht, um das zu lernen. Und selbst das kann ich akzeptieren, rieselnderweise...



Donnerstag, 21. Juni 2012
+ Eine Schwalbe
macht noch keinen Sommer.

Aber vielleicht verschönt mir das - jetzt endlich in Hamburg stationierte - Schwälbchen diesen Sommer. Immerhin könnte nach dem Winter und Frühjahr mit all seinen physischen, emotionalen und sonstigen Negativ-Amplituden mal ein schöner, herzerwärmender, feiner Sommer folgen. Bitte.

Jetzt auf nach Berlin, die Sehnsuchtsstadt, immer noch. (Auch wenn ich im Herzen ein halbes Elbkind bin, werde ich die Freude nicht verlieren, zurückzukehren.)



Montag, 21. Mai 2012
+
Nachts: Schlaflosigkeit. Tagsüber: essen - kotzen, trinken - kotzen.
Man könnte denken, meine Krankheit heißt Hyposomnie-Bulimie. Wenigstens entspricht der Körperzustand dem geistig-seelischen Würgezustand, dessen Ursache mir momentan genau so wenig erklärbar ist wie der körperliche Unzustand. Oder umgekehrt.
Jetzt ist es ja auch mal wieder gut.



Donnerstag, 15. März 2012
+
Hm. Einen Strauß rote Rosen auf die Arbeit geliefert bekommen und keine Ahnung zu haben, von wem, ist ein Gefühl zwischen freudiger Überraschung und leichter Bestürzung (auf Grund dezenter Stalkingerlebnisse in einem früheren Leben).
Aber wenigstens haben die Kollegen jetzt auf einige Zeit wieder Tratschstoff - man tut, was man kann, dochdoch.

Männer.

Echt.



Freitag, 15. April 2011
+ So.
Hamburg gibt es noch, mich auch - es gibt jetzt sogar Frühling in Hamburg. Ist aber noch ganz neu und läuft nicht sonderlich stabil; das üben wir noch.

So - die Arbeit frisst mich wieder buchstäblich, gleichzeitig sinkt die Motivation, da gibt es eine Kausalität und wenn ich die erst mal gefunden hab, dann aber. Hallo, dann aber.

So, die Einschläge, die erwarteten, vorweggenommenen, kommen tatsächlich: die Großmutter, die immer weniger wurde, wirkt genauso fit wie noch vor ein paar Monaten, aber es fanden sich massig dieser Zellen, deren Lebenszweck das Wuchern ist und jetzt weiß man also nicht nur, dass, sondern auch, dass nicht mehr länger als.

Das alles ist streng genommen noch kein Grund nicht zu schreiben. Aber das Fokussieren - selbst für einen kurzen Moment, um etwas niederzuschreiben - funktioniert im Moment nicht. Die Gedanken schwirren und entfliehen, man kommt nicht zu Potte.

So - gehen Sie mal bitte in's Kino und gucken sich Biutiful an, danke. (Bei derart großem Kino weiß ich auch immer wieder, warum ich so selten in's Kino gehe - nein, das müssen Sie jetzt nicht verstehen.)

So, nachdem das Fräulein aus dem tiefsten Süden auch endlich mit Sack + Pack den Weg ins Hafendorf* gefunden hat, gab es also mal wieder ein Bloggertreffen und das war richtig töfte und sehr lustig. Die Dame kann ich nur weiterempfehlen. Psst, die kann sogar hochdeutsch - oder sowas Ähnliches.

*Ein sehr lustiger, sehr netter Londoner, der seit 18 Jahren in Hamburg lebt, lachte sehr herzlich mit mir über meine Kollegen, denen das hier, also Hamburg, viel zu groß ist - ich sagte daraufhin: "Kleinstadt, zumindest vom Gebaren und Status der Eingeborenen", er schaute mitleidig, dann spitzbübisch und sagte: "Somewhat bigger village if anything."

Ansonsten kann ich über die hiesigen Dorfbewohner nichts Negatives sagen. Es ist halt alles etwas ... unverbindlicher?, weniger herzlich?, weniger aufgeschlossen? Ich studiere das mal noch ein wenig, viellleicht müssen da auch mal diese ominösen Stresstests her, von denen man soviel jetzt hört.

So, over and out.



Mittwoch, 12. Januar 2011
+ So. Es geht weiter.
Wenn das Häuschen, das man bewohnt, aussieht wie nach einem Hurricane, man aber recht sicher ist, dass es keinen gab in Hamburg; wenn zudem Laptops, Kameras und diverses Kleinzeuchs fehlen - dann ist man um eine Erfahrung reicher, die man nicht brauchte. Mal die Gelegenheit CSI-mäßig am Telefon zu sagen: "Ich ruf später noch mal an, die SpuSi ist grad da". Das ist dann aber schon das erlebnisprallste daran.

Mein langmütiger, dem Mystischen und Esoterischen zugeneigter Mitbewohner, der "etwas gegen Versicherungen" hat, versucht das Ganze als Wink des Schicksals zu sehen, mal über das eigene Verhältnis zu Besitz nachzudenken. Ich spare mir alle sarkastischen Bemerkungen bis auf jene, dass ich das Durchwühlen meiner Wäscheschubladen ja dann auch als Wink des Schicksals nehmen könnte, mal über das generelle Tragen von Unterwäsche zu reflektieren und denke, dass man beim dritten Vorfall dieser Art innert* sieben Jahren doch dem Schicksal zutrauen kann, dass der wiederholte Hinweis schlicht darin bestehen könnte, dass einbruchssicherere Fenster und eine Hausratversicherung kein Teufelszeug sind.
Das Schicksal ist ebenso wie das Unbewusste im Allgemeinen nicht so subtil.

In höchstem Maße unerfreulich. So hab ich mir das nicht vorgestellt Hamburg als ich aus der verträumten Provinz-Stadt an der Spree kam. Jetzt musst du dir erst mal ganz schön Mühe geben.

* Da ist es wieder. Kommt und steinigt mich.



Donnerstag, 23. Dezember 2010
+
Weihnachtspläne:
Hamburg-Berlin, Berlin-Hamburg-Kiel-Berlin, Berlin-Hamburg.
Dazwischen: Packen, ausmisten, ausräumen, Möbel ab- und anschaffen.

Und dann hoffentlich dazwischen ein paar Leute sehen können, ein wenig Heimeligkeit und Ruhe einkehren lassen und noch einmal ein Berliner Sylvester erleben. Watt freu ich mich auf die große, böse, hässliche Stadt - obwohl ich auf die Frage vom allerbesten B. aus B.: Ob ich denn nichts vermisse von Berlin? bislang noch keine eindeutige Antwort habe.
Ja, die Kneipenkultur. Ja, die kleine-Konzerte-Auswahl. Ja, das wunderbare kulturelle Überangebot. Ja, die Lässigkeit der Leute.
Und doch: Nö - nur Menschen.

Und sonst? Alles gut. Ich bin halbwegs angekommen.
Jahresrückblicke erledigen die Nachbarn viel besser als ich und das Jahr ist ja auch noch nicht rum, aber:

Es endet alles ganz anders als es anfing und als ich es mir hätte vorstellen können. Und es ist gut so. Und: Ich bin sehr viel reicher geworden dies Jahr. Durch Menschen, an Menschen. Dafür ein stiller Dank an 2010 und nu: Volle Fahrt voraus.



Dienstag, 23. November 2010
+ Bestandsaufnahme
Job ✓
Wohnung ✓
Packliste ✗*
Überfahrt für ordentlich Gepäck ✓
Freunde/Familie nochmal treffen ✓✓ ✗✗✗✗✗
Zotteltermin ✓
Amt ✗
1-2 Klamotten kaufen gehen ✗**
die 8 Tage alte J. begucken gehen! ✗
Hibbelig werden ✗✓
Hamburg-Reiseführer begucken ✓
Sich über die Preise des HVV aufregen ✓
Moin, moin üben ✓

Es bleibt noch genug zu tun bis Sonntag. Genug, um die Nervosität, gepaart mit Vorfreude und ein wenig Wehmut im Zaum zu halten. Berlin mit seinem eiskalten Dauerregen macht es mir auch grad leichter als erwartet.

* Das ist aber auch watt schwer.
** Boah, wie ich das hasse.



Mittwoch, 17. November 2010
+ Yes we can Test bestanden,
Otto-Wilhelm mündlich unter ein Papier gesetzt, dass erstmal fast das ganze Leben umkrempelt.

Jetzt endlich kann ich mal Richtung Elbkant winken und sagen: Ich komme. Gutes Gefühl.



Donnerstag, 11. November 2010
+ Extrablatt! Es ist entschieden.
Danke an die abstimmenden Besucher.
Alles bleibt anders.
Will ich statt des bisher angebotenen Jobs in Hamburg lieber einen in der selben Firma mit sehr viel mehr Verantwortung, riesigen Herausforderungen, eine gigantischen Spielwiese für die berufliche Entwicklung, einer eigenen Abteilung und entsprechend deutlich besseren Konditionen?

Bis morgen Abend hätte ich Zeit. Hm, mal überlegen. :)